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Hier werden grundlegende Tipps und Vorschläge zur Werterhaltung oder Aufarbeitung ( Restauration ) bei Jukeboxgehäusen erläutert.


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Sinn ist es, dem Einsteiger einige Anhaltspunkte und Anregungen zu geben, jedoch sollte Vorraussetzung sein, dass einiges an handwerklichem Geschick und der Umgang mit den nötigsten Werkzeugen beherrscht wird. Alle hier vorgestellten Tipps erfolgen auf eigene Gefahr hin und entbinden die Verfasser vor jeglichen rechtlichen Ansprüchen.


Glas und Plexiglas

Bei fast jeder Musikbox gibt es Teile aus Glas oder Plexiglas, gebogen, als Dom, als Rohr oder einfach nur als einfache Scheiben. Jeder Hersteller hat hier auch unterschiedliche Materialdicken verwendet und so ist bei der Restauration von zerkratzten oder gebrochenen Scheiben möglichst auf die originale Glasstärke zu achten. Gerade Scheiben stellen in der Regel kein Problem dar und können selber entsprecxhend zugeschnitten werden. Etwas grössere Anforderungen stellen dann schon Scheiben dar, die Rundungen aufweisen, also in irgendeiner Weise dem Rahmen angepasst sind. Gebogene und gewöllbte Scheiben wie sie als sogn. Domglässer oder Kuppeln hergestellt wurden, können vom Laien nicht im Do it your self Verfahren hergestellt werden. Zum Glück gibt es da aber einige Anbieter die für eine Vielzahl von gängigen Musikboxen Replikas im Angebot haben.

Technik des Glasschneidens Wichtigstes Untensil ist hier ein guter Glasschneider mit kleinem Hartmetallrad und integriertem Tank für Schneideöl ( Petroleum ). Gläser bis zu 5 mm Stärke lassen sich problemlos schneiden und anschliessend brechen. Wichtig ist dabei, dass der Glasschneider in einem Zug über das Glas geführt wird, nachträgliches Nachschneiden in der gleichen Kerbe zerstört unweigerlich das Rädchen. Beim Brechen der Scheiben sollte der längere Teil unbedingt gut festgehalten, befestigt sein und das abzubrechende Teil auf einer Kante aufliegen ( Tischkante ), jetzt kann das Glas einfach mit leichten Druck gebrochen werden.

Diamantwerkzeug-1

Diamantwerkzeuge, 1 Glasschneider, 2 Diamantschleifklötze flexibel, 3 Diamantfeilen, 4 Diamantplatte

Gleiches wird bei Rundungen, Bögen oder Kurvenförmigen Scheiben gemacht. Mittels vorher gefertigter Schalblone anzeichnen ( wasserfester Filzstift ) und ca. 1 mm ausserhalb der Linie das Glas schneiden. Wie gesagt, dass ist etwas schwieriger, da ja nun ohne Lineal und freihändig geschnitten wird. Ist der Schnitt erfolgt klopft man mit ganz leichten Schlägen mit dem Heft des Glasschneiders von der Unterseite dem Schnitt entlang und das Glas sollte sich trennen. Uebung macht den Meister, wie so bei vielen Sachen im Leben. Alternativ kann man sich die Scheiben aber auch vom Glaser zurecht schneiden lassen.

A pro pos Glas: Ich erhielt von einem professionellen Restaurator einmal den Tip, immer auf dem Schrottplat-Brockenhaus nach Altglas zu suchen. Ideal für Seitenwände sind da alte Glasscheiben wie sie früher bei Buffets, Kredenzen ect. verwendet wurden. Warum soll ich denn kein neues Glas nehmen? Weil die neuen Gläser zu Neu aussehen und auch im Farbton anders sind, hinzu kommt, dass sich alte Glasarten besser schleifen lassen als Neue. Meistens sind sie auch schon etwas angekratzt, was widerum der Optik einer Box aus den 50-60igern entspricht.

Nach dem Zuschneiden der Gläser werden diese nun mittels einer Diamantfeile ( oder auch Diamantschleifklotz ) bearbeitet. Die beim Brechen entstehenden Schnittkannten werden nun Massgenau eingeschliffen, was jedoch mit einigem Arbeitsaufwand verbunden ist. Leichter und viel schneller wäre der Einsatz einer Diamantschleifscheibe mit Wasserbad. Auch wenn von Hand geschliffen wird, muss aber unbedingt mit Wasser gekühlt werden, ansonsten sich die Diamantwerkzeuge zu schnell abnutzen. Ist die Scheibe entsprechend geschliffen, kann sie an den nun mattierten Stellen mit Glaslack überstrichen werden ( ich persönlich verzichte aber darauf, die satinmatte geschliffene Kante ist eigentlich passend zu so einer alten Jukebox.

Kratzer im Glas entfernen

Schleifpaste in Spritze

Diamantschleifpaste in der Spritze


Solche Schäden lassen sich sicherlich entfernen, jedoch auch hier sei gesagt, dass dies mit erheblichem Zeitaufwand verbunden ist. Auch hier ist von Vorteil, über eine entsprechende Maschine zu verfügen und wie schon bekannt, immer nur mit Wasser arbeiten. An Schleifmitteln gibt es nur eine Variante die zu einem guten und relativ raschem Ergebnis führt: Diamant Schleifpaste. Im WEB findest Du da einige Hersteller die das Zeug vertreiben, leider aber teuer wie sämtliche Werkzeug mit Diamantbeschichtungen.

Tiefe Kratzer sind da um einiges schwerer zu beseitigen, da ja einiges mehr am Material entfernt werden muss. Die Sache mit der Schleiferei und anschliessendem Polieren habe ich ja erwähnt. Eine akzeptable, wenn auch nicht unbedingt die schönste Lösung ist die Sache mit dem Glaslack. Hier wird in mehreren Schichten solange Lack aufgetragen, bis der Kratzer aufgefüllt ist und geschliffen-poliert werden kann. Die 3. Version wäre noch die Sache mit Säure ( Goldwasser ), jedoch angesichts der Gefahren mit dieser sehr agressiven Säure bleibt diese Technik nur den ausgebildeten Fachleuten vorbehalten.

Plexiglas, Makrolon oder Acrylglas

Plexiglas war einer der ersten glasklaren Kunststoffe die auch beim Bau von Jukeboxen zum Einsatz kamen, da sich das Material leicht mittels Wärme verformen lässt. Im Laufe der techn. Weiterentwicklung kamen dann Acrylglas und das heute wohl von den Materialeigenschaften her gesehen das beste Material Makrolon auf den Markt. In den Anfängen der industriellen Herstellung von Plexiglas war man sich noch nicht bewusst, dass dieses Material ohne spezielle UV Stabilisatoren nach einigen Jahren vergilbt, milchig und spröde wird. Somit finden sich in der heutigen Zeit nur noch sehr wenige Exponate die in gutem Zustand sind. Restauratorische Möglichkeiten bleiben hier sehr beschränkt und es wird hauptsächlich nur die Aufbewahrung in UV gesicherter Umgebung empfohlen. Keinesfalls sollt hier mit Lösungsmitteln oder Polierpasten gearbeitet werden, dadurch entstehen weitere Spannungsrisse im Material. Zur Neuanfertigung von Domen, Kuppeln oder Rohren, Halbschalen wird auch Acrylglas eingesetzt ( erkennbar an der bläulichen Färbung ), auch ist das Material sehr weich und dadurch anfällig auf Staub und Schmutz. Das beste zur Zeit erhältliche Produkt stammt aus dem Hause Röhm und ist unter dem Namen Makrolon erhältlich. Hier wurde einiges getan, UV Stabilität, Glasklar, extrem Bruchfest und Wärmestabil, aber der Hauptvorteil: seit 2 Jahren in extremer Vergütung der Oberfläche und somit annähernd Glasartiges Verhalten. Alle oben genannten Produkte lassen sich sehr leicht bearbeiten, wie Fräsen, Sägen, Bohren, Drehen, Verformen und Biegen. Jede erdenkliche Formgebung ist heute machbar und mittels spezielle glasklarer Klebstoffe sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Bei der Bearbeitung von diesen Werkstoffen sollte immer darauf geachtet werden, dass der Untergrund frei von Schmutz ist ( Späne, spitze Gegenstände ect. ). Beim zuschneiden ist darauf zu achten, dass hier mit kleinen Drehzahlen gesägt werden muss ( Wärmentwicklung und zusammenkleben ). Zum Schleifen kann handelsübliches Wasserschleifpapier verwendet werden und zum anschlissenden Polieren der Schnittkanten eignet sich durchaus die übliche Schleifpolierpaste von Duplicolor. Beim Bohren von Löchern oder beim Fräsen-Drehen verwendet man Spiritus, wichtig ist dabei, nur mit wenig Druck arbeiten. Es gibt viele Fachbetriebe, die sich mit der Herstellung von Macrolon Produkten befassen und wer sich die Arbeiten nicht selbst zutraut findet dort bestimmt ein offenes Ohr für seine Anliegen.

http://www.otelo.com/de/produkte/-/norton-51901005-ref-1977.html;pgid=Ua2qQ4OFDIxSR0EHV6EUUkkP0000G8NHpinb;sid=Fmf05LqkFngRg_Eiij776BJkx_fGz84kXs-AZPIM

http://www.google.ch/search?hl=de&client=firefox-a&hs=8Xe&rls=org.mozilla:de:official&q=Glas+Lack&start=10&sa=N

http://www.poliershop.com/epages/62183666.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62183666/Categories/SCHLEIFEN/LAVA-DIAMANT


Einsetzen der Gläser ( Dichtlippen )

Hier sind zwei Sachen zu beachten:

Entfernen der alten Klebespuren, Dichtungen Meistens sind in den Nuten noch alte Klebstoffreste vorhanden, dass die raus müssen ist wohl klar. Fast in allen Fällen sind die Scheiben ja in Metallprofilen eingesetzt worden und hier kann das alte Dicht-Klebemittel am besten mit dem Heissluftfön entfernt werden. Das selbe gilt analog zu Holzeinfassungen, hier wurde im Normalfall Fensterkitt verwendet ( eingefärbt in den verschiedensten Farben ). Auch hier erfolgt die Entfernung mit dem Heissluftfön und einem Stechbeitel oder einem Hartholz Schaber. Darauf achten, dass das Holz nicht angesengt wird. Anschliessend die Nuten mit Aceton oder Reinbenzin auswaschen.

Beim Einsetzen der Scheiben in den Rahmen sollte man nicht Silikon verwenden, da das Zeug nur schwer wieder zu entfernen ist und optisch auch nicht dem Original entspricht. Entweder man verwendet die Version Fensterkitt ( passende Farbpigmente oder etwas Künstlerölfarbe reinmischen ) oder die Version mit Gummidichtungen ( sind als U-Profil ind den Farben weiss, braun, schwarz und Transparent erhältlich ). Je nach Glasdicke und Nutenbreite wird ein entsprechendes U-Profil verwendet, diese Dichtungen sind übrigens beim Fensterbauer erhältlich. Die Dichtungen werden entsprechend zugeschnitten und um die Glaskanten gezogen, in die Nute wird mit einem Pinsel etwas Glicerin eingetragen ( Vaseline funkioniert auch ), damit die Dichtung mit der Scheibe besser eingeschoben werden kann. Anschliessend wird das vorstehende Material nach ca 2-3 Tagen mit dem Cutter sauber abgeschnitten.

Dort wo es zwischen Nut und Glas fast gar keine Luft hat, kommt das " Wundermittel " Masking Fluid zum Einsatz. Wundermittel deshalb, weil damit sehr viel gemacht werden kann. Dazu in einem eigenen Beitrag dann mehr darüber.


75ml Flasche - Artikel Nr. 3022902
ArtMaskingFluid

Wundermittel Masking Fluid von Winsor & Newton

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