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Rock Ola 403 Motoren Revision

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Beispielfoto der nummerierten Kartonschablone

Revision der 4 Motoren == Anleitung zur Revision der 4 Antriebsmotoren einer Rock Ola 403, analog zu diesem Modell gilt die Anleitung auch für die Modelle: 1884, 1894 und 430. Mecanisch und elektrisch sind diese Wandboxen, nahezu identisch.


Ausbau der MotorenBearbeiten

Wie schon mehrmals erklärt, sollten alle Arbeitsschritte genau geplant und mittels Fotos aufgezeichnet werden. Persönlich mache ich mir immer eine nummerierte Kartonschablone, wo ich sämtliche demontierten Teile entsprechend dem Ausbau einordne. Somit bin ich jederzeit in der Lage, die entsprechenden Teile nach der Reinigung wieder in die entsprechenden Felder zurück zu legen und diese dann wieder ordnungsgemäs zu montieren.


TURNTALBE Motor

Beginnen wir beim Turntable Motor ( Plattentellermotor ), Als erstes werden die Komponenten oberhalb des Motors entfernt, wie etwas das Idler Weel, die entsprechende Mechanik usw. Anschliessend werden die 3 Schrauben wo der Motor befestigt ist entfernt, vorher jedoch die elektrische Verbindung lösen.
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ausgebauter Turntable Motor

Das Zerlegen geht einfach, dazu die Abdeckbleche abschrauben, vorsichtig abheben und den Anker aus dem Motorblock ziegen. Es empfiehlt sich nicht, das Blech vo der Kabelanschluss ist, zu entfernen, es genügt die Schrauben rauszunehmen und den Deckel leicht anzuheben. Alle Teile nun mit Reiniger ( BREF ) einsprühen, etwas einwirken lassen und anschliessend unter heissem Wasse gründlich abspülen. Mit IPA alles ausprühen und trocknen lassen. Vor dem Zusammenbau alle Lager und Wellen einfetten mit Balistol und wieder richtig zusammenbauen. Der gereinigte Motor sollte vor der Inbetriebnahme noch ein paar Tage in einem warmen Raum, an der Sonne gut austrocknen können. Zu Testzwecken wird die entsprechende 110V AC Spannung angelegt und der Motor ein paar Minuten laufen gelassen. Danach wieder einbauen und gleichzeitig die 3 Motorgummis gegen neue tauschen, evtl auch die 50 Hz Feder auf der Motorachsche austauschen und wer es ganz genau haben möchte, ersetzt auch gleich das Idler Weel oder zumindest das darauf montierte Antriebsgummi.


Gripper Motor und Korbmotor

Die beiden Motoren sind vom elektrischen Aufbau her identisch mit einer Betriebsspannung von DC 28 Volt. Der Korbmotor hat ein grösseres Zahnrad als der Greifermotor und ist etwas weiter draussen auf der Motorwelle montiert. Beie Motoren sind von unten mit 3 Sechskantschrauben auf der Chassisplatte montiert und können sehr einfach demontiert werden, logischerweise auch die Steckverbindungen zuerst trennnen.
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der ausgebaute Grippermotor

Nach dem Ausbau entfernen wir zuerst die 2 Kohlen, die unter den 2 schwarzen Kunststoffkappen - Schlitzschrauben verborgen sind. Hier muss man ein bisschen vorsichtig hantieren, denn auf Grund des Alters sind diese Käppchen meistens sehr spröde oder schon beschädigt. Es empfiehlt sich also vorgängig 2 neue Kappen und gleichzeitig auch ein paar Kohlebürsten zu kaufen. Nun werden die 2 Schrauben an der Bodenplatte entfernt und auf der gegenüberliegenden Seite die ebenfalss als Schlitzschraube erkennbare Abdeckung herausgeschraubt.
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ausgebauter Korbmotor, zugesabbert mit Nikotin und Staub

Hier kann es vorkommen, dass ein kleines Kugellagerkügelchen vorhanden ist, so wie dies bei Wurlitzer Motoren der Fall ist. Dazu habe ich extra eine Anleitung unter Wurlitzer W1700 hier ins wiki gepostet, dort ist auch ausführlich beschrieben, wie der Kollektor bearbeitet werden muss. Nun entfernen wir die 2 anderen Schrauben am Motorgehäuse und ziehen den gesamten unteren Teil vorsichtig vom Getriebe. Der Anker kann nun herausgezogen und die Bodenplatte herausgedrückt werden. Am Gehäuseteil ist das Motorkabel mit einer Kabeldurchführung die meistens auch beschädigt ist, somit auch hier gleich eine naue kaufen. Wenden wir uns nun dem Getriebeteil zu und entfernen zuerst einmal das Zahnrad, dazu benötigen wir einen Splintentreiber 2.5mm
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Distanzscheiben aus Messing, ober-unterhalb des Ankers, richtige Anzahl unbedingt notieren

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soviel Abrieb und Schmutz war im Motor,kaum zu glauben, dass dieser noch "funktionierte"

oder einen alten Bohrer in passender Grösse. Wir legen das Zahnrad auf eine Hartholzunterlage und unter die Welle ebenfalls ein passendes Hartholzstück oder ALU. Der Schwerspannstift wird nun vorsichtig ausgetrieben, dabei ist darauf zu achten, dass wir nicht unabsichtlich das Zahnrad verklopfen-beschädigen. Als nächstes entfernen wir die 3 Schrauben am Getriebedeckel und stossen an der Welle den Deckel heraus. Beidzeitig des Zahnrades aus Nylon findet sich eine Menge uraltes zähes Fett, dass wir mit Wattestäbchen heraus nehmen. So, alle Teile werden nun im BREF Bad für ca. 10 Minuten eingewicht ( besser ist natürlich ein Ultraschall Bad )
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ein wahres Kohlebwergwerk

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eingetrocknete Fettreste im Getriebeteil

und anschliessend unter heissem Wasser gründlich abgespült. Alle Teile werden nun gründlich mit IPA abgesprüht und ausgeblasen und vor dem Zusammenbau für einige Tage gut getrocknet. Im Gehäuseboden und im Getriebeteil sind Sinterbronzelager eingebaut und die können nach dem entfernen der Spannringe vorsichtig herausgedrückt werden, am besten mit einen Holzstab-Dübel. Ich persönlich reinige die Lager nicht, sondern lege sie so wie sie sind direkt für eine Stunde in ein 70 Grad heisses Maschinenölbad, geht auch normales Motorenöl. Alles wieder in die Lagerbuchsen pressen und Spannringe montieren. Wie erwähnt, die Ueberarbeitung des Ankers habe ich ausführlich unter Wurlitzer 1700 beschrieben und kann dort nachgelesen werden Wurlitzer/1700/Wechslermotor. Im Statorgehäuse ist das 2 polige Kabel mit Stecker auf die Kohlebürstenführung aufglötet, diese Kabel werden abgelötet, da sie meistens eh nicht mehr richtig halten und unbedingt sollte man deren Position merken, da ein verwechseln der Drähte den Motor in die andere Richtung laufen lässt, ACHTUNG also. Ziehen wir also gleich die neue Kabeldurchführungstülle über das Anschlusskabel und löten die Drähte wieder an, darauf achten das die Lötstellen glänzen und nicht matt sind.


Zusammenbau

Die Getriebehälften füllen wir mit Lagerfett, setzen die Welle mit Zahnrad ein und verschrauben das ganze. Zahnrad auf die Welle und den zuvor etwas schräg angeschliffenen Schwerspannstift wieder mit leichten Hammerschlägen einklopfen. Jetzt kann der Anker eingeführt werden ( die richtiege Anzahl Distanzscheiben beachten ) und das Statorgehäuse aufgesetzt werden, Am Gehäuse sind Kerben, so dass es nur in dieser Position zusammengebaut werden kann. Anschliessend kommt der Boden drauf und jetzt erst werden alle 4 Schrauben eingedreht. Vor den aufschrauben der Verschlusskappe am oberen Ende, füllen wir noch etwas Lagerfett ein ( evtl. die Kugellagerkugel einsetzen ) und leicht zuschrauben. Passt alles hat der Anker ein Axialspiel von ca 2/10mm und lässt sich relativ leicht drehen, hängt jedoch auch von der Konsitenz des eingefüllten Fettes ab. Jetzt die neuen Kohlebürsten einsetzen und die Deckelchen verschrauben. Am Motorengehäus, dort wo die Sinterlagerbüchsen sind, gibt es ein kleines Loch, in welches es sporadich gilt, etwas Oel oder Balistol einzuspritzen.

Motor Test

Der Stecker hat 3 Pole, jeweisl die äusseren sind mittels Kabel mit einem Netzteil von 28 Volt DC zu verbinden. Der Motor sollte sich nun drehen ohne Geräusche zu machen, nach ein paar Minuten vertauschen wir die Anschlüsse und lassen den Motor wieder laufen, jetzt ist die Drehrichtung aber entgegengesetzt zur vorherigen Anschlussart, dass besagt uns, dass die Arbeit korrekt ausgeführt wurde und die Motoren wieder eingebaut werden können.


Wahlkranzmotor
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der ausgebaute, ungereinigte Wählmotor, mit Zahnrad

Der letzte Motor in der Rock Ola 403 ist der Antriebsmotor für den Wahlkranz, AC 110V und ist mittels 3 Schrauben an Chassis befestigt. Nach dem Ausbau entfernen wit die 2 Schrauben auf der Vorderseite des Motors
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Entfernter Lagerblock und darunter der Rotor

, ziehen die Schrauben heraus und achten darauf, dass U-Scheiben und Distanzröhren nicht verloren gehen. Nun könnte man sich die Mühe machen, noch das Getriebe zu zerlegen, jedoch ist dies in der Regel nicht nötig, da durch eine Oeffnung direkter Zugang zum Innenleben des Getriebes besteht.

Um das innenleben zu Reinigen, befüllen wir das Getriebe mit WD 40 und drehen ein paar mal am Zahnrad. Das ganze wiederholen wir innerhalb der nächsten Stunde 3 - 4 mal. Die Oeffung verschliessen wir nun mit etwas Knete oder einen Oropax und legen alle Teile nun ins BREF Bad, hier hat Ultraschall natürlich wieder die Nase vorn, denn die Wellen dringen ins Getriebe durch und reinigen auch hier. Nach 10 Minuten alles herausnehmen und unter heissem Wasser Klarspülen. Den Pfropfen entfernen und das WD 40 herauslaufen lassen und mehrere male am Zahnrad drehen. Anschliessend füllen wir das ganze mit IPA auf, drehen wieder ein paar mal und entleeren das Getriebe wieder. das wiederholen wir 3 mal und nach dem letzten Ablassen des IPA füllen wir etwas Balistol hinein. Alle Teile wie üblich ein paar Tage in die Heizung oder an die Sonne stellen, hin und wieder am Zahnrad drehen. Vor dem Zusammenbau das Balistol auslaufen lassen und auf Verschmutzungen kontollieren und mit etwas neuem Balistol nachsprühen. Analog zur Demontage erfolgt die Montage, wobei hier die Lagersitze des Stators ebenfalls mit Balistol geölt werden. Der anschliessende Funktionstest erfolgt mittels Netzgerät, mit eingestellter Spannung AC 110 V, oder später im Betriebszustand der Box, denn nicht jeder verfügt ja über regelbare Netzgeräte mit AC-DC Ausgang.


Für die Ausführung obiger Tips ist der Ausführende selbst verantwortlich und es bestehen gegenüber dem Autor keinerlei Haftungsansprüche oder rechtliche Forderungen.


Anmerkung:

Reinigungsmittel WD40 wird immer wieder als Wundermittel angepriessen, Rostlöser, Schmiermittel, Kontaktspray usw, usw. und von vielen Leuten bedenkenlos eingesetzt. In Jukeboxen hat dieses Zeug aber absolut gar nichts zu suchen, ausser wie im obigen Fall, bei der Reinigung von Mechanikteilen und als Rostlöser. WD40 verspricht dem Kunden, dass es ein besonders effektiver Kontaktreiniger ist, was aber keines Falls der Realität entspricht. Zwar löst das Zeug Verzunderungen an Kontakten etc. wird aber innert kürzester Zeit zu einem klebrigen Kontakthemmendem Film und greift unter bestimmten Voraussetzungen auch umliegende Teile an. Finger weg von diesem Reiniger, wenn ihr jahrelange Freude an einer Jukebox haben wollt

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